Die Rahmenbedingungen stimmen, gute, erprobte Rezepte liegen vor - jetzt sollte man sich spätestens Gedanken über den Preis machen, falls man nicht vorhat, die hergestellten Produkte zu verschenken.
Zur Erinnerung: Wir mußten einen Raum an die gesetzlichen Anforderungen anpassen. Die Rezeptentwicklung hat einen ganzen Batzen Rohstoffe verschlungen. Gewiß wurde eine Menge Zeit investiert, um sich mit Theorie und Praxis der Seifensiederei vertraut zu machen. Inwieweit die Kosten an die Kunden weitergegeben werden können, muß gut überlegt werden.
Dazu kommen viele weitere Kosten:
Ganz klar: Rohstoffe, Arbeitsmittel und Arbeitsgeräte (die auch gerne mal kaputt gehen), persönliche Schutzkleidung, neue Seifen Molds, Verpackungsmaterialien... eventuell ein geeigneter Verkaufsstand für Märkte.
Ein fiktiver monatlicher Mietpreis für die genutzten Räume, kann je nach ortsüblicher Miete (der derzeitige durchschnittliche Mietspreis in Deutschland liegt bei 6,80 / m²) bei den Ausgaben veranschlagt werden.
Schön, wenn man jemanden hat, der die Naturseifen im eigenen Laden verkauft. Um solche Menschen zu gewinnen, müssen persönliche Gespräche geführt, Zeit investiert und viele Seifenproben verschenkt werden. In der Regel werden Wiederverkäufer etwas an dem Geschäft verdienen wollen.
Es entstehen Kosten durch Internetnutzung, Fahrtkosten, Marktstandgebühren, Versandgebühren, Betriebshaftpflichtversicherung, Produkthaftpflichtversicherung ...
Die eigene Arbeitszeit - was ist die wert? Wer möchte auf Dauer umsonst arbeiten, allein aus Lust am Seifensieden? Der Mindestlohn in Deutschland ist derzeit 8,50€ /Stunde.
Auch in Zukunft müssen neue Seifenrezepte entwickelt werden. Welche Kosten müssen für die Produktentwicklung veranschlagt werden?
Wer alle Kosten berücksichtigt hat, bekommt am Ende einen Mindestpreis heraus. Und unter dem Mindestpreis verkaufen - das ist Seife verschenken. Spätestens jetzt sollte man mal schauen, was die Konkurrenz anbietet. Kann man einen Kundenstamm gewinnen, der bereit ist, die Mindestpreise zu zahlen?
Ich muß zugeben, die ganze theoretische Seite des Seifesiedens - angefangen vom Lesen der Gesetzestexte.das Errechnen meines Marktpreises, das Lesen von wichtigen englischen Texten - hat mir zeitweise ganz schön den Spaß am Seifeln verdorben! Aber da geht es mir wie beim Kochen: nichts schmeckt mir so gut, wie das, was ich selber gekocht und abgeschmeckt habe. Mit dem guten Gefühl, nur super-Zutaten verwendet zu haben! (Yummy, lecker!)
Handarbeiten und Basteln habe ich von Kindheit an geliebt. Seit ein paar Jahren gehört auch das Thema "Naturseifen sieden" dazu, ein faszinierendes Hobby, zudem gesund für meine Haut! Von Naturseife zu selbstgerührter Kosmetik war es nur ein kleiner Schritt. Seit 2013 gibt es Lehmkuhls Seifen auch zu kaufen!
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Montag, 17. August 2015
Sonntag, 16. August 2015
Der Traum vom Seife verkaufen
Wer vom Seifenvirus befallen wurde, der leidet in der Folge häufig an der Sekundärinfektion einen Seifenshop betreiben zu wollen. Oder zumindest Familie und Freunde an den Pflegeschätzchen teilhaben zu lassen.
Das Seifesieden ist nur für den Eigenbedarf erlaubt. Meine telefonische Nachfrage beim Landesuntersuchungsamt in Mainz hat ergeben, daß selbstgesiedete Seifen nicht über die Türschwelle getragen werden darf, also auch nicht an Familie und Freunde verschenkt werden darf solange keine Sicherheitsbewertung vorliegt. (Zu der Zeit habe ich mir meine Seifen vom GästeWC "klauen" lassen - ich habe gar nichts über die Türschwellen getragen!)
Die erste Hürde stellen die gesetzlichen Rahmenbedingungen dar. (Hier gehts direkt zur Verordnung über kosmetische Mittel im PDF Format)
In kurzen, knappen Worten hat es für mich in Rheinland Pfalz bedeutet (kann länderabhängig anders geregelt sein):
- geeigneter Herstellungsraum (2-Becken Spüle, Kochmöglichkeit, Arbeitsplatte, Wand 3/4 gefliest, rutschhemmende Bodenfliesen, Handwaschbecken, Kühlmöglichkeit, Arbeitsplatte)
- Lager- und Reiferaum für die Seife
- Anmeldung und Abnahme der Räume durch das zuständige Veterinäramt
- Anmeldung eines Gewerbes beim Gewerbeamt
- Kenntnis der GMP Richtlinie (Good Manufacturing Practices), soweit möglich Umsetzung der Richtlinien im Betrieb.
Die Herstellung von Seifen und Kosmetika muß genau dokumentiert werden. Kernstück ist dabei die Sicherheitsbewertung der Seifen, die von einem Labor wie zum Beispiel Dr. rer. nat. Iris Eschenbacher, Rosarome, LMC Service GmbH, sb-dinger ... durchgeführt werden kann. Das kostet je nach Seifenrezept bis zu mehrere hundert Euro und gilt für die exakt verwendeten Zutaten vom Lieferanten x mit der Chargennummer xyz123. Wird zum Beispiel der Lieferant vom Olivenöl gewechselt, so ist die Sicherheitsbewertung für die nachgesiedete Seife nicht mehr gültig.
Die Sicherheitsbewertung ist Bestandteil der Produktinformationsdatei (PID), die von der /dem Verantworlichen den zuständigen Behörden leicht zugänglich gemacht werden muß. Der IKW(Industrieverband Körperpflege und Waschmittel) hat die Colipa-Leitlinien zu den Anforderungen an dieProduktinformationsdatei (PID) übersetzt und veröffentlicht. (u. a. Herstellungsmethode, verwendete Rohstoffe, Angaben zur Verpackung, Mindesthaltbarkeitsdatum, Vergabe von Chargenummern, Tierversuche...)
Alles in allem ist es eine Menge Papierkram der erledigt werden will.
Das Seifesieden ist nur für den Eigenbedarf erlaubt. Meine telefonische Nachfrage beim Landesuntersuchungsamt in Mainz hat ergeben, daß selbstgesiedete Seifen nicht über die Türschwelle getragen werden darf, also auch nicht an Familie und Freunde verschenkt werden darf solange keine Sicherheitsbewertung vorliegt. (Zu der Zeit habe ich mir meine Seifen vom GästeWC "klauen" lassen - ich habe gar nichts über die Türschwellen getragen!)
Die erste Hürde stellen die gesetzlichen Rahmenbedingungen dar. (Hier gehts direkt zur Verordnung über kosmetische Mittel im PDF Format)
In kurzen, knappen Worten hat es für mich in Rheinland Pfalz bedeutet (kann länderabhängig anders geregelt sein):
- geeigneter Herstellungsraum (2-Becken Spüle, Kochmöglichkeit, Arbeitsplatte, Wand 3/4 gefliest, rutschhemmende Bodenfliesen, Handwaschbecken, Kühlmöglichkeit, Arbeitsplatte)
- Lager- und Reiferaum für die Seife
- Anmeldung und Abnahme der Räume durch das zuständige Veterinäramt
- Anmeldung eines Gewerbes beim Gewerbeamt
- Kenntnis der GMP Richtlinie (Good Manufacturing Practices), soweit möglich Umsetzung der Richtlinien im Betrieb.
Die Herstellung von Seifen und Kosmetika muß genau dokumentiert werden. Kernstück ist dabei die Sicherheitsbewertung der Seifen, die von einem Labor wie zum Beispiel Dr. rer. nat. Iris Eschenbacher, Rosarome, LMC Service GmbH, sb-dinger ... durchgeführt werden kann. Das kostet je nach Seifenrezept bis zu mehrere hundert Euro und gilt für die exakt verwendeten Zutaten vom Lieferanten x mit der Chargennummer xyz123. Wird zum Beispiel der Lieferant vom Olivenöl gewechselt, so ist die Sicherheitsbewertung für die nachgesiedete Seife nicht mehr gültig.
Die Sicherheitsbewertung ist Bestandteil der Produktinformationsdatei (PID), die von der /dem Verantworlichen den zuständigen Behörden leicht zugänglich gemacht werden muß. Der IKW(Industrieverband Körperpflege und Waschmittel) hat die Colipa-Leitlinien zu den Anforderungen an dieProduktinformationsdatei (PID) übersetzt und veröffentlicht. (u. a. Herstellungsmethode, verwendete Rohstoffe, Angaben zur Verpackung, Mindesthaltbarkeitsdatum, Vergabe von Chargenummern, Tierversuche...)
Alles in allem ist es eine Menge Papierkram der erledigt werden will.
Freitag, 5. April 2013
Seife Sicherheitsbewertung
Habe ein Labor gefunden, das mir meine Seifen zum bezahlbaren Preis sicherheitsbewertet! Jaa!
Das ist alles ganz zufällig passiert, ich hatte das Vorhaben jemals Seife außer Haus geben zu dürfen ja schon begraben! Vor über einem Jahr habe ich von verschieden Laboratorien Phantompreise gehört, die ich mit meiner kleinen, privaten, schnuckeligen Seifensiederei nie und niemals bezahlen könnte! Außer ich würde eine große Seifensiederei eröffnen. Und dazu fehlt mir alles, angefangen beim Geld, über fehlende Lust fließbandmäßig im Akkord -egal was- produzieren zu wollen.
Das ist alles ganz zufällig passiert, ich hatte das Vorhaben jemals Seife außer Haus geben zu dürfen ja schon begraben! Vor über einem Jahr habe ich von verschieden Laboratorien Phantompreise gehört, die ich mit meiner kleinen, privaten, schnuckeligen Seifensiederei nie und niemals bezahlen könnte! Außer ich würde eine große Seifensiederei eröffnen. Und dazu fehlt mir alles, angefangen beim Geld, über fehlende Lust fließbandmäßig im Akkord -egal was- produzieren zu wollen.
Aber gewurmt hat es mich schon, daß ich nicht einmal meiner eigenen Mutter meine selbsthergestellten Seifen SCHENKEN durfte!! Also, die Gesetze und Regelungen in Deutschland kommen mir manchmal mehr als merkwürdig vor. Habe mich noch nie gewehrt wenn Kindergarten und Schule oder Kirchengemeinde einen Kuchen fürs Büffett haben wollten! Achja, sowas darf ich unters Volk streuen, aber die Seifen - mit denen ich mich natürlich auch selber von Kopf bis Fuß wasche, die sind ein potenzieller Angriff auf die Gesundheit der Menschheit!
Immerhin belaufen sich die Strafen auf 10.000 bis 15.000 Euro. Da das kein Klecks ist, habe ich es vorgezogen, mich an die Verbote zu halten! Ich hatte das Problem bisher ganz einfach gelöst: Jeder durfte mir im GästeWC meine Seifen "klauen"! Denn das war der einzige Ort, wo ich sie auslegen durfte und darf!
Aber das gehört in Bälde der Vergangenheit an! Montag gehe ich sofort aufs Amt und melde ein kleines Gewerbe an, der kleine Gewerbeschein ist ja bezahlbar. Dann fehlt nur noch der Ausbau der Seifenküche, da mein Mann und ich mit WoManPower fast allein zu zweit ein ganzes Haus gebaut haben, denke ich das wird ein Klacks für uns!
Immerhin belaufen sich die Strafen auf 10.000 bis 15.000 Euro. Da das kein Klecks ist, habe ich es vorgezogen, mich an die Verbote zu halten! Ich hatte das Problem bisher ganz einfach gelöst: Jeder durfte mir im GästeWC meine Seifen "klauen"! Denn das war der einzige Ort, wo ich sie auslegen durfte und darf!
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